Mein Beitrag gegen die Rezession: Verlaufen

Die USA quälen sich an ner Rezession hab ich auf der Straße gehört. Ich will helfen. Ich helfe jungen Mädels bei der Studiumsfinanzierung (aka Stripclub), ich kaufe Dinge die hohe Steuern haben um es dem Staat zukommen zu lassen (aka Alkohol) und ich helfe dem kleinen Mann auf die Beine indem ich seine Produkte kaufe: ne signierte Erstausgabe der Bibel zum Beispiel… – jepp, ich bin noch da.

Von links nach rechts: Frau Liberty, Sonne, Downtown Manhattan

Fast n Monat her dass ich was geschrieben habe – i’m sorry, aber ich war in den Ecken New Yorks in die man mich normalerweise mit nem Knusperjoghurt vor der Nase und ner Knarre im Rücken reinschubsen muss: Den Ecken der Gosse und der High Society.

Irgendwo hatte ich erwähnt dass ich in ner Nachbarschaft wohne die so nicht meine erste Wahl in New York wäre. Nach dem erwähnten Polizistenmord vor der Haustür hab ich mich darin bestätigt gefühlt auch wenn ich nie ein Problem auf der Straße hatte. Aber es geht viel… VIEL schlimmer. Ich war mit dem Auto in der Bronx und bei den Public Housing Projects. Also ich hab ja vor nix Angst usw ihr wisst schon weil ich n Mann bin und alles *höhö* aber in der Bronx bin ich an keiner einzigen Ampel stehen geblieben. Scheiß egal welche Farbe sie hatte. Es war grad Sonnenuntergang und ich weiß noch genau von der einen Zeile im englischen Reiseführer für Amis in NY: “never walk through the Bronx on your own or at night if you don’t know the neighborhood and it’s streets“… 18.30 Uhr in der Bronx und ich hab kaum ein Auto oder gar ne Polizeistreife gesehen. Nur ab und an ne Gruppe Jugendlicher die jedes Auto und jede Person gescannt haben. Also ich wills jetzt nicht übertreiben, ich weiß es gibt auch schöne Ecken dort – da war ich aber nich. Tja und auf den Straßen da gibts den gefälschten Nike Pulli für $5 wie in der Türkei. Und so coole Sachen wie n WLan Kabel oder ne Erstausgabe der Bibel. Kreativ…
Warum ich überhaupt dahin geh? Weil ich, als meine Mama mir gesagt hat ich soll das Bügeleisen nicht anfassen, es trotzdem gemacht habe. Und ja, es hat sich gelohnt, denn jetzt schätze ich meine Nachbarschaft n ganzes Stück mehr. Und ich muss sagen ich finds cool wenn ich hier in den Deli oder den Pizza Place reinkomme und die Arbeiter die mich mittlerweile kennen mit “Yo ‘zup german bouss, how’ya doin’ today? Yo gonna take tha use’?” begrüßen… ich versteh immer noch nich alles wenn sie anfangen über Basketball und Nowitzki zu schwatzen (hab mit denen im Laden das Allstar-Game geschaut) aber bei den Asiaten im Grocery Store oder dem Laundry Place versteh ich noch weniger. Da frag ich zwanzig mal nach und bin danach immernoch nich schlauer. Und es hört sich lang net so cool an.

Tjaaaa aber nicht nur Ghetto hab ich gemacht sondern auch Pimp my Toilet in paar High Society Anstalten in denen man an nem Abend mehr Geld braucht als das Bruttoinlandsprodukt vom Iran und Albanien zusammen. No worries, soviel hab ich nich gebraucht. Aber meinen Rekord an unnötig Geld zum Fenster rauswerfen den ich in Tokio aufgestellt hab, hab ich hier gebrochen.
Warum Pimp my Toilett? Weil du in den Toiletten dieser Bars und Clubs (sogar in den mid-range Clubs) auf der Sitzbrille die Tomaten für dein Sandwich schneiden könntest so sauber ist das. Und du hast nen Typ der dir warme Handtücher reicht und es gibt Kaugummi, Lutscher, Kondome und sogar ne riesen Auswahl an Parfum for free. Alle Mitarbeiter (Security, Barkeeper, Kellner) sprechen dich mit Namen an und erfüllen dir möglichst jeden Wunsch. Auch wenn du sagst er soll dir zwei heiße Chicks holen – denn die stehn vor der Tür schlange um da rein zu kommen also schnappt der zwei und bringt sie zu dir. Ein Drink kostet das doppelte meines Stundenlohns und 20% Trinkgeld sind nicht nur selbstverständlich sondern Pflichtprogramm. Wenn nicht gibts Ärger – ernsthaft. Ich weiß, dass ist auch in Vegas so wenn ich mein Geld durch Casino Spiele das Klo runterspüle. Bis auf den Toilettenservice den ich gern auch in der Dönerbude am Berliner Platz in Stuttgart hätte: LÄCHERLICH. Eine aufgesetzte, geldgetriebene Atmosphäre in der ich n bisschen eigene Ideologie überwinden muss um Spaß zu haben. Und ich kann mir nich helfen aber ich verurteile die Mädels die da drin sind und dich anschauen als wärst du George Clooney in nem Diamantenanzug mit ner Elfe auf der Schulter der auf nem Einhorn da rein reitet. Die sind bildhübsch keine Frage, aber ich kann keine von denen ernst nehmen. Aber Geldverbrennerei geht noch besser, und zwar in nem sogenannten Gentlemens Club. Nein, dass ist kein fancy Name für “Blackjack und Nutten”. Das ist eine Lounge in der es $70 Dollar kostet an der Bar sitzen zu dürfen und $200 aufwärts nur damit eine von den Frauen dort mit dir redet. REDET! Mehr gibts da anscheinend nicht… Also da wo ich herkomm ist reden umsonst und $200 ne Stunde im Bett…

Tja, für the real streets bin ich zu etebetete und für die etebetete high society bin ich zu real. Deshalb bleib ich in meiner $6-Bier-Knusperjoghurt-kannst-froh-sein-wenn-dich-überhaupt-ne-Frau-anschaut-Welt. Da gehts mir schon ganz gut.


S

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